Welchen Fußbodenbelag im Badezimmer: Fliesen oder Holz?

Noch vor wenigen Jahren machte man sich wenig Gedanken um den Fußbodenbelag im Badezimmer. Standardmäßig waren Boden und Wände – letztere zumindest türhoch – gefliest, ein Holzboden im Bad war undenkbar. Auch heute noch gelten Fliesen als praktisch für den Raum, in dem Wasser die Hauptrolle spielt. Jedoch hat ein Umdenken stattgefunden, das Bad wird nicht mehr rein als funktional, sondern vermehrt als Raum zum Wohlfühlen angesehen. Neben weiteren Optionen ist demnach auch ein Holzboden im Bad gern gesehen.

Fußbodenbelag im Badezimmer
Ein Badezimmer mit Holzboden besitzt eine ganz besondere, natürliche Atmosphere - © Jeremy Levine by flickr

Fliesen sind nicht automatisch die optimale Lösung

Fliesen sind pflegeleicht, das ist unumstritten. Wasser kann ihnen nichts anhaben, wenn aus der Badewanne etwas überschwappt oder das Händewaschen der Kinder in einer Wasserschlacht endet, wischt man die Pfützen einfach auf. Und selbst wenn das Wasser länger auf den Fliesen steht, passiert nichts. Der Bodenbelag ist wasserdicht und nimmt keinen Schaden. Ein Fliesenboden hat allerdings im Vergleich mit einem Holzboden im Bad auch erhebliche Nachteile. Auf Schalldämmung muss man verzichten, fällt etwas hartes und spitzes hinunter, können schnell unschöne Sprünge oder Absplitterungen entstehen, und wer nicht gerade mit einer Fußbodenheizung gesegnet ist, wird schnell merken, wie fußkalt Fliesen im Gegensatz zu einem Holzboden im Bad sind. Außerdem wirkt ein gefliestes Bad oft kalt und wenig einladend, eben in erster Linie funktional. Da sich der Raum aber mittlerweile immer mehr zur Wellness-Oase entwickelt, soll er gemütlicher werden. Dazu trägt unter anderem ein natürlicher Bodenbelag bei. Neben Kork wird vor allem Holzboden im Bad zunehmend beliebter.

Holz und Wasser sind keine Feinde

Dass sich Holz und Wasser nicht vertragen, ist weit verbreitet, aber falsch. Wie ließe sich beispielsweise der absolut übliche Einsatz von Holzplanken auf Schiffsdecks erklären? Wenn man einige Punkte beachtet, kann man lange Freude an seinem Holzboden im Bad haben. Bei der Wahl des Holzes fängt die Planung an; einige Holzarten eignen sich besser als andere. Kiefer oder Douglasie etwa sind sehr harzhaltig und zudem besonders fußwarm. Sie reagieren nicht so sehr auf Feuchtigkeit wie beispielsweise Buche. Kiefer wirkt darüber hinaus antibakteriell. Auch Nussbaum und Bambus sind ideal für den Holzboden im Bad. Bei der Auswahl sollten zudem Stil und Einrichtung des Raumes berücksichtigt werden, damit ein harmonischer Gesamteindruck entsteht. Der Holzboden im Bad muss außerdem richtig verlegt werden; am besten lässt man hier den Fachmann ran, der genau weiß, worauf zu achten ist, damit sich keine Keime sammeln und kein Schimmel entstehen kann. Die Pflege ist denkbar einfach: regelmäßig mit einem feuchten Tuch wischen und am besten mehrmals im Jahr den Holzboden im Bad mit Öl versiegeln. Nach dem Baden oder Duschen muss der Raum ausreichend gelüftet werden, große Pfützen wischt man sofort auf. Gegen Spritzer und nasse Fußabdrücke hat der Holzboden im Bad nichts, im Gegenteil: das Wasser wird aufgesogen und später wieder abgegeben, so dass ein angenehmes Raumklima entsteht.

Wer es natürlich und gemütlich mag, sollte also einen Holzboden im Bad durchaus in Erwägung ziehen. Weiter informieren kann man sich im Bau Ratgeber bau-plus.de. Der Ratgeber liefert wichtige Informationen dazu und weitere Tipps rund um die Themen Bauen und Wohnen. Und vielleicht heißt es schon bald: mehr Behaglichkeit durch Holzboden im Bad.